Roland KC-350

Hinweis: Diese Seite wird im Augenblick nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zu Archivzwecken bestehen. Informationen zu meinen aktuellen Arbeiten enthält meine Seite bei der Uni Bonn.

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Stereo-Mixing-Amp

Der Roland KC-350 ist ein Keyboardverstärker mit ausgefuchsten Mixing-Möglichkeiten für 4 Stereo-Tonerzeuger und weiteren Features. Als Nachfolger des KC-300 besitzt er nun etwas mehr Leistung und mehr Eingänge.

ImageSound: Das Wichtigste an einem Amp ist Sound und Leistung. Ersteres könnte für einen Keyboardverstärker nicht besser sein: Der 12"-Speaker und das hochwertige Horn geben einen warmen und sehr differenzierten Sound wider. Von Klaviersound bis hin zu fetten Synthesizerbässen oder knackigen Bläsersounds kommen alle Klangbereiche sehr sauber aus der kompakten Box. Selbst der strapziöse Klang der VK-7 bei voller Ausnutzung des Overdrives machte dem Gerät keinen Streß. Die Leistung dagegen ist eher knapp bemessen: Mit 120 Watt reicht sie für Übungskeller, Proberaum und kleine Gigs aus; bei grossen Veranstaltungen mit einer Rockband ist jedoch eher ein zusätzliches Monitoring erforderlich (oder aber die Anschaffung des KC-550 mit mehr Leistung). Bei hohen Lautstärken empfiehlt es sich, die Bässe etwas herabzuregeln, wenn man tiefe Synthesizersounds spielt- sonst fängt die Bassreflexröhre an zu surren. Vorab: Für den KC-350 ist ein Subwoofer optional erhältlich, für den ein spezieller Ausgang existiert. In diesem Fall erhöht sich die relative Leistung erheblich, da die Bässe nur auf dem Woofer widergegeben werden.

ImageMixing: Der Hauptgrund, das Gerät zu kaufen, waren für mich die Mixing-Möglichkeiten. Bisher nutzte ich immer einen eigenen Submixer (irgendein Behringer-8-Kanal-Gerät) mit separater Endstufe und Monitorbox für meinen Mix, da ich im Extremfall 3 Stereokeyboards abmischen musste und einen weiteren Click-Kanal vom Synthesizer zum Kopfhörer des Schlagzeugers durchschleifen musste. Keiner der bisher erhältlichen Keyboardsamps war in der Lage, eine solche Aufgabe selbst zu übernehmen. Anders der KC-350: Die 4 Stereo-Eingänge können über einen Gain-Regler untereinander abgemischt werden, wobei Kanal 1 zusätzlich über einen XLR-Eingang für Mikros verfügt und etwas empfindlicher ist. Die gemischten Signale können auf Kopfhörer ausgegeben werden (mit separatem Regler) und über die Stereo-Ausgänge zum separaten Mischpult weitergeschleust werden. Weiter gibt es einen 3-Band-Equalizer, eine Loudness-Funktion für's Spielen bei niedrigen Lautstärken ("Shape") sowie einen Master-Volume. Sehr gut: EQ und Master wirken sich nicht auf die Stereo-Outs aus.
Der Gag ist Kanal 4: Er kann zusätzlich in 3 Modi geroutet werden:

ImageZusätzlich zu diesen Möglichkeiten verfügt das Gerät über einen Tape-Eingang (Cinch), der allerdings keinen separaten Regler besitzt, einen "Stereo-Link"-Ausgang zum Anschluss eines weiteren KC-350 in Stereo-Betrieb und einem Subwoofer-Ausgang. Durch Zukaufen eines weiteren KC-350 sowie zweier Subwoofer hätten man also eine komplette Stereo-PA mit über 600 Watt und gutem Sound...

Verarbeitung: Die Verarbeitung des KC-350 ist Roland-typisch sehr gut und roadtauglich. Das Gerät ist mit Filz ummantelt und mit Metallecken versehen, die Lautsprecher sind durch ein stabiles Gitter geschützt. Lediglich die Anschlüsse und Regler liegen frei, sind allerdings flacher als die umgebenden Gehäuseteile und werden daher beim Stapel (quaderförmiger) Kisten nicht unbeding beschädigt.

Ich kann die Kiste jedem Keyboarder nur wärmstens empfehlen! Sie löst auf einfache Weise viele Probleme, läßt sich stresslos einsetzen und kling gut. In meinem Fall ersetzte sie mindestens 3 Geräte, die ich vorher immer schleppen mußte: Submixer (im entsprechenden Rack), Endstufe, Monitorbox. Die Tatsache, daß ich jetzt beim Soundprogrammieren zu Hause den gleichen Sound habe wie im Proberaum und auf der Bühne macht vieles leichter. Der Preis von ca. 550,- Euro ist in jedem Fall gerechtfertigt. Nicht zuletzt dürfte das Gerät auch eine gute Idee zur Beschallung einer Party sein...

aktualisiert am 18.01.2008 um 21:01 Uhr
© Timo Dickscheid
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