Musik Jazz
Hinweis: Diese Seite wird im Augenblick nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zu Archivzwecken bestehen. Informationen zu meinen aktuellen Arbeiten enthält meine Seite bei der Uni Bonn.
Note: I do not update these pages currently but will keep them as an archive. If you're interested in my current work please visit my website at the University of Bonn.
Miles Davis - Someday my
Prince will come (1961). Sextet-Aufnahme mit Miles,
Coltrane, Hank Mobley, Wynton Kelly, Paul Chambers, Jimmy
Cobb/Philly Lee Jones. Diese CD enthält eine Reihe Wunderschön
arrangierter Standards und Bluesnummern. Zwei der Stücke werden von
Miles ohne Dämpfer gespielt, was für mich speziell auf dieser CD
einen unglaublich schönen Gesamtklang ergibt. Die Arrangements
sprühen vor Detail- und Einfallsreichtum, obwohl alles sehr luftig
und homogen rüberkommt. Ich liebe die Piano-Begleitungen von Wynton
Kelly! Mein Tipp: Nr.3 "Pfrancing" ist ein Jazzblues, am dem sich
der Hobby-Jazzer einige Trick abschauen kann. Das Stück taucht
übrigens unter anderem Namen noch öfter in meinem Plattenregal auf,
z.b. auf John McLaughlin's "Free Spirits live in Tokyo" als "no
blues" (auch eine sehr interessante - und abgefahrene - CD).
Koop - Waltz for Koop (2001). Der Song aus der Renault-Versatis-Werbung hat mich ständig neugierig gemacht - bis mir Eva (nach langer Recherche) zum Geburtstag die CD besorgt hat. Meine Erwartung war, daß "Tonight", der Song aus der Werbung, das einzige Highlight sein müsste, weil ich noch nie was von dieser nordischen Band gehört habe. Weit gefehlt! Die CD ist rundum interessant, anspruchsvoll und eingängig. Auffallend ist die durchgängige Verwendung von Samples für Bass- und Schlagzeugspuren, die nicht zuletzt auch zu recht einfachen Harmoniestrukturen führt. Das vielleicht bekannteste Sample ist der Kontrabass-Lauf aus Coltranes "Greensleeves", das aber so gut verpackt wurde, als wäre es für das Stück eingespielt worden. Die Stücke klingen größtenteils modern und spacig und sind vielleicht auch was für Nicht-Jazzer! Ich bin gespannt, was die Band noch so bringt...
Ella Fitzgerald & Count Basie - Ella and Basie! (1963). Die wahrscheinlich beste Sängerin des Klassischen Jazz mit der vielleicht impulsivsten Big-Band. So klingt die Platte von
vorne bis hinten: Jazz-Standards, die man schon etliche Male gehört hat, hauen einen hier nochmal aus den Socken. Wenn man
die Anlage im Zwischenteil von "Shiny Stockings" aufdreht, kann man schon mal in Ekstase geraten.
The Oscar Peterson Trio - Live from Chicago (1961). Ich habe gut und gerne 10 Platten von dem klassischen Trio (Peterson, Ray Brown, Ed Thigpen). Das hier war meine Erste, und
keine konnte mich mehr überzeugen. Es ist eine Live-Aufnahme in einem kleinen Club, so dass zwar Publikum zu hören, der Klang
aber trotzdem gut ist. Wer Oscar kennt, weiß: Peterson macht keine intelektuellen Höhenflüge wie andere Pianisten, aber die
Band swingt dermaßen, daß das Zuhören einfach Spass macht. Tip: Stück Nr. 3, Chicago.
Jimmy Smith - The Cat (1964). Klingt fast wie aus einem alten James-Bond-Streifen! Jimmy Smith ist einer der Pioniere der Hammond-Orgel im Jazz. Diese Platte
wurde mit einem unglaublichen Orchester unter der Leitung von Lalo Schifrin aufgenommen. Schifrin besetzte die Bläser mit
vier Trompeten, vier Posaunen, vier Hörnern und Tuba. Trotzdem spielt Jimmy's Orgel die Hauptrolle auf dieser Platte, denn
die Hammond spielt sowohl die Leadlines als auch mit Abstand die meisten Soli (spielt überhaupt jemand sonst ein Solo? Der
Schlagzeuger, glaube ich...). Auf dem Album sind einige Titelmelodien von Filmen enthalten, die Schifrin geschrieben hatte
und nun aufnehmen wollte. Einige dieser Aufnahmen gelangten sogar in die Charts! Mein Tip: Nr. 2; Micky fährt allerdings voll
auf Nr. 4 ab (was man ihm nicht übelnehmen kann).
© Timo Dickscheid